Covid zu hause

Leitfaden für die Betreuung von COVID-19 Patienten

Stufe 3 – Du bist bettlägerig

Alle guten Maßnahmen von Level 2 haben nicht funktioniert. Es wird immer schlimmer. Das bedeutet nicht, dass du etwas falsch gemacht hast. Mach einfach weiter! Aber jetzt wirst du beziehungsweise der*die Patient*in schwächer. Er oder sie ist oft zu schwach, um aus dem Bett aufzustehen. Die Person hat möglicherweise keinen Hunger. Sie benötigt zusätzliche Ermutigung, um zu essen und zu trinken.

Wenn Du der Patient bist

Erkläre anderen Menschen in deiner Umgebung, dass du wirklich krank bist. Sage ihnen, dass du dich an Bettruhe halten musst. Sprich mit einer Person deines Vertrauens darüber, dass du vermutlich Hilfe brauchen wirst. Lass diese Person(en) diese Website lesen. Es wird mit der Zeit immer häufiger vorkommen, dass Menschen in deiner Umgebung bereits COVID-19 hatten. Diese Menschen wären die besten Betreuer/innen, da sie vermutlich COVID-19-immun sind. Andernfalls versuche herauszufinden, was in deiner Situation am schlausten ist. Warte damit auf keinen Fall bis zum letzten Moment! Wenn die Krankheit fortschreitet, wirst du kurzatmig. Das beeinträchtigt unweigerlich auch Deine Sprech- und Denkfähigkeit.

Was in jedem Fall zu tun ist

Achte aufmerksam auf alle Zeichen, die auf Level 4 hinweisen. Der Zweck der Versorgung in Level 3 ist auch, den*die Patienten*in immer genauer zu überwachen. So kann man frühzeitig erkennen, wenn der*die Patient*in in Level 4 übergeht. Zum Beispiel: Ist jemand nicht in der Lage, mindestens zwei Liter Flüssigkeit pro Tag zu trinken, solltest du (freundlich) darauf bestehen. Dehydrierung ist ein ungünstiger Zustand, so landest du schnell auf Level 4.

In den meisten Fällen wird sich der*die Patient*in jedoch nach einigen Tagen oder höchstens einer Woche erholen. Bleib einfach wachsam. Wenn es dem*der Patienten*in etwas besser geht, kann die Pflege wieder von ihm oder ihr selbst übernommen werden. Die Quarantäne sollte so lange weiter eingehalten werden, bis der Patient eine Zeit lang völlig gesund ist. Das Krankheitstagebuch sollte weiter geführt werden. Wenn Du den*die Patient*in versorgt hast, beginnt nun deine eigene zweiwöchige Selbstquarantäne.

Krankenpflege

Was Du hier tust ist ein Teil der Krankenpflege, für den keine spezielle Ausbildung erforderlich ist. Einige Menschen schämen sich, um Hilfe bei der grundlegenden Selbstversorgung zu bitten. Es fällt ihnen auch schwer, die Hilfe zu anzunehmen. Sei nachsichtig! Jede*r braucht manchmal Hilfe. Überlege dir, wie du den*die Patienten*in körperlich, geistig und seelisch unterstützen kannst. Frage dich einfach, was du an seiner*ihrer Stelle benötigen würdest. Achte auch auf Kleinigkeiten und frage konkret, wie du helfen kannst.

Zu den möglicherweise nützlichen Verhaltensweisen gehören:

Krankheitstagebuch

Drucke dieses Krankheitstagebuch Formular aus oder erstelle ein eigenes.

Achte in dieser Phase besonders auf Symptome, die auf eine Verschlechterung hindeuten könnten. Schreibe die Symptome auf. Lies den nächsten Abschnitt für weitere Einzelheiten. Solche Anzeichen können sein:

Es können auch Entspannungstechniken helfen, um eine schnelle Atmung oder Herzfrequenz zu verlangsamen. Die Symptome können auch teilweise auf Angst zurückzuführen sein: Höre beruhigende Musik, melde Dich elektronisch bei einem Freund (miteinander reden hilft), oder versuche deine Atmung zu verlangsamen. Du kannst Deine Herzfrequenz senken, indem du beim kräftigen Ausatmen länger zählst als beim sanften Einatmen.

Glaubst du, dass sich dein Zustand bzw. der Zustand des Patienten/der Patientin verschlechtert? Dann sollte das Krankheitstagebuch um folgende Punkte erweitert werden:

Wenn sich der Zustand des*der Patienten*in zu verschlechtern scheint, springe zum nächsten Abschnitt.

Ein typischer Tag

Zu diesem Zeitpunkt könnte ein typischer Tag in etwa so aussehen:

Du (oder der*die Patient*in) stehst auf, wiegst dich und notierst das Gewicht im Krankheitstagebuch. Vielleicht möchtest du auch als erstes deine Temperatur messen, bevor du etwas isst oder trinkst. Das gilt besonders, wenn Du die Temperatur oral (also im Mund) misst. Du solltest sie auch im Krankheitstagebuch vermerken.

Dann beginnst du mit dem Trinken von Flüssigkeiten. Nicht zu viel Koffein oder Zucker. So viel Wasser und Kräutertee, wie du möchtest. Denk daran, dass du mindestens zwei Liter und bis zu fünf Liter pro Tag trinken solltest.

Lüfte deine Zimmer/deine Wohnung so gut wie möglich. Verbinde das mit dem Aufkochen des Wassers für deinen morgendlichen Tee oder Kaffee. Wenn Du die Energie (und genügend Laken) hast, könntest du deine Bettwäsche wechseln, falls sie verschwitzt oder verschmutzt ist. Als Nächstes dusche kurz, wenn Du dazu in der Lage bist. Sauber zu sein, kann sich sehr gut anfühlen, besonders wenn man krank ist.

Iss eine kleine nahrhafte Mahlzeit (zum Beispiel ein Stück frisches Obst oder eine Handvoll gesalzene Nüsse). Iss etwas, was dir gut schmeckt! Benötigst du Fieber-/Schmerzmittel (zum Beispiel Paracetamol)? Dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um sie einzunehmen. Notiere die Dosis und die Zeit in deinem Krankheitstagebuch.

Wenn das schon Anstrengung genug war, mache eine Pause. Schlafe, wann immer du kannst! Schlaf ist entscheidend für die Heilung. Wenn du nicht schläfrig bist und dich nur ausruhen willst, versuche dich im Sitzen auszuruhen. So hat deine Lunge eine bessere Chance zu entwässern. Wenn du noch kannst, ist jetzt ein guter Zeitpunkt zum Inhalieren. Durch das Inhalieren öffnen sich deine Nebenhöhlen, die Schleimhäute werden befeuchtet und der Schleim kann abfließen.

Trinke den ganzen Tag über. Manche Menschen finden es hilfreich, eine Wasserflasche oder eine Teekanne immer wieder aufzufüllen. Damit behält man leichter den Überblick, wie viel man ungefähr getrunken hat. Während man sich ausruht, kann man die Flasche auch immer griffbereit haben.

Beobachte dich selbst. Bist du müde? Dann schlafe so viel wie möglich. Hast du Hunger? Iss kleine nahrhafte Mahlzeiten. Hast du Durst? Trinke, wann immer du Lust hast und darüber hinaus. Achte darauf, dass du nicht auskühlst. Wenn es geht, geh spazieren (solange das noch erlaubt ist). Ansonsten bewege dich in der Wohnung. Stehe auf, laufe herum, tanze.

Achte auf die Zeichen, die eine Verschlechterung deines Zustandes andeuten können. Bleib in Kontakt mit Freunden, Nachbarn und den Menschen, die wissen, dass du krank bist. Lass sie wissen, wie es dir geht. Und wenn du Hilfe brauchst, bitte darum! Sag unbedingt jemandem Bescheid, wenn du schwerere Symptome bekommst (siehe nächster Abschnitt).