Covid zu hause

Leitfaden für die Betreuung von COVID-19 Patienten

Diese Webseite wurde ins Leben gerufen um unsere anfänglichen Recherchen über die COVID-19 Pandemie publizieren zu können. Wir wollten für uns und unsere Freunde festhalten, was getan werden kann, wenn so viele Leute krank werden. Viele dieser Inhalte basieren einfach auf gesundem Menschenverstand, trotzdem dachten wir es ist von Vorteil, einige Checklisten und Ratschläge für die verschiedenen Stadien der Krankheit an einer Stelle gesammelt anzubieten. Wir haben uns mit Krankenpfleger/innen und Ärzten beraten jedoch ist diese Seite von medizinischen Laien erstellt worden, die versuchen das zusammenzutragen, was in unserer neuen Normalität Sinn macht.

BITTE UNBEDINGT LESEN

Zur Klarstellung: HÖRE AUF DEINE ÖRTLICHEN GESUNDHEITSBEHÖRDEN, ÄRZT/INNEN UND KRANKENPFLEGER/INNEN wenn Du die Wahl hast zwischen deren Rat und etwas, was Du im Internet gefunden hast.

Die Inhalte dieser Webseite sind zu Informationszwecken bereitgestellt und stellen keinen Ersatz dar für die Beratung durch Ärzt/innen und qualifizierte medizinische Berufe. Patienten sollten diese Inhalte nicht nutzen um selbst gesundheitliche Probleme oder Krankheit zu diagnostizieren. Patienten sollten in jedem Fall einen Arzt oder medizinische Fachkräfte konsultieren um gesundheitlichen Rat oder Informationen über Diagnose und Behandlung einzuholen.

In Notfällen rufe bitte Deine örtliche Notrufnummer an!

Als wir um die Iden des März 2020 herum in Berlin begannen für diese Seite zu schreiben war vieles noch unklar, aber die Zahlen von Infizierten und Todesopfern stiegen stetig an, vor allem in Italien. Ob der Virus dort, wo Du bist, die totale Krise ausgelöst hat oder nicht: Es ist an der Zeit sich Gedanken zu machen und sich vorzubereiten.

Dieser Leitfaden basiert auf der Annahme dass in den kommenden Monaten mehr Menschen erkranken oder Erkrankte in ihrem Umfeld haben als zu anderen Zeiten. Während wir auf das Beste hoffen, müssen wir davon ausgehen, dass Ärzteschaft und Krankenhäuser stark ausgelastet wenn nicht sogar überrannt sein werden. Wir müssen uns auf die Möglichkeit einstellen, dass Menschen, die normalerweise unter ärztlicher Aufsicht behandelt werden würden, zuhause behandelt werden müssen.

Wir hoffen, dass einige der hier gelisteten Informationen Dir etwas Zuversicht in Bezug auf den Umgang mit der Krankheit geben, wodurch unser Gesundheitssystem bereits ein wenig entlastet werden würde. Gleichzeitig hoffen wir hier die Informationen zu geben, die Dir helfen festzustellen wann die Zeit gekommen ist selbst professionelle medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wenn wir vielen Leuten helfen, sicher auf diesem schmalen Grat zu wandern, könnte das bereits einen grossen Unterschied machen in der Zeit die uns bevorsteht.

Was dieser Leitfaden nicht ist …

Wir versuchen eine Menge grundlegender, hilfreicher Tips für den Umgang mit den unterschiedlichen Ebenen zu geben, auf denen der Virus Deinen Haushalt beeinflussen kann. Was wir nicht tun können ist zeitnahe Informationen zu Deiner individuellen Situation zu geben. In Textboxen wie dieser versuchen wir aber klarzustellen, wann es für Dich wichtig ist nach aktuellen, lokalen Informationen zu suchen. Bitte denke daran dass Ratschläge von offiziellen Stellen bereits nach ein paar Tagen veraltet sein können und versuche immer die aktuellsten Anleitungen und Hinweise zu finden.Beziehe Dich auf die lokalen Massenmedien und vertrauenswürdiger Information online. Deine lokalen Gesundheitsbehörden kennen die Situation vor Ort und sollten sich über die Medien an die Öffentlichkeit wenden. Dies vorausgestellt sehen wir unterschiedliche Qualitätsniveaus offizieller Reaktionen. Zu mancher Zeit wird es nicht genügend Kapazitäten geben um jeden mit individuellem Rat und Hilfe zu versorgen, weil zum Beispiel Hotlines oder Testcenter überlaufen sind. Manchmal mag gar keine Hilfe zur Verfügung stehen. In dieser Textsammlung werden wir weiterhin versuchen, Dir die besten Ratschläge zu geben die wir bei unseren Recherchen finden. Das bedeutet nicht, dass wir denken generelle Information wie auf dieser Seite könnte besser sein als lokale Hilfe von augebildeten Profis. Behandlie die weiteren Kapitel dieser Webseite als ein letztes Mittel: viel besser als nichts, aber versuche unter allen Umständen vor Ort Hilfe von Fachkräften zu bekommen wenn irgend möglich. Bitte bedenke auch, dass wir nichts beschönigen. Diese Seite ist von und für Erwachsene gemacht, die damit umgehen können die Konsequenzen des aktuellen globalen Dilemmas durchzudenken. Es gibt keinen Grund für Panik aber die Situation ist Ernst genug für uns zu denken jeder sollte Zugang zur besten Information haben, die wir finden konnten.

Einige der Autoren dieser Seite sind nicht gerade dafür bekannt grosse Anhänger von Regierung und Amtsgewalt zu sein aber an diesem Punkt ist das Vertrauen in das öffentliche Gesundheitswesen überlebensnotwendig. Wenn es widersprüchliche Informationen gibt vertraue angesehenen Quellen wie:

Für diejenigen, die gerne selbst nachforschen, haben wir hier eine Liste zusätzlicher Ressourcen.

Kenne die Fakten

Denk dran: es gibt keinen Unterschied in Bezug auf die potentielle Ansteckbarkeit zwischen Freunden und Fremden. Es gibt keine Rasse, ethnische Gruppe oder Nationalität, die sich von Haus aus wahrscheinlicher mit dem Virus anstecken oder ihn übertragen kann als irgendeine andere. Versuche anderen zu helfen wo Du kannst, ohne unnötig mit Leuten in physischen Kontakt zu treten: es wird viel davon abhängen, ob unser soziales Gewebe hält. Die Verlangsamung der Ausbreitung einer Infektionskrankheit ist selten absolut. Aber betrachten wir die Gesellschaft als Ganzes werden unsere Anstrengungen erfolgreich sein wenn jeder das tut, was er innerhalb seiner Möglichkeiten leisten kann.

  

Stufe 1 – Du bist Gesund (gut so!)

Lass dich nicht anstecken

Befolge die Anweisungen der Behörden. Dazu gehören einige der inzwischen bekannten Richtlinien für die Einschränkung sozialer Kontakte:

Denke daran, dass es keinen Unterschied in der potenziellen Ansteckungsgefahr zwischen Freunden und Fremden gibt. Keine Gruppe überträgt das Virus wahrscheinlicher als andere. Keine Bevölkerungsgruppe, ethnische Gruppe oder Nationalität. Helfe anderen, wenn du kannst, ohne unnötig mit großen Gruppen von Menschen in Kontakt zu kommen. Dabei gibt es Kompromisse, die du für dich selbst abwägen musst. Einige Menschen müssen mehr Kontakt haben zu anderen Menschen. Andere weniger. Die Ausbreitung der Krankheit kann nicht komplett gestoppt werden. Aber jeder kann dazu beitragen, die Ausbreitung zu verlangsamen. Zusammengenommen hilft es sehr, wenn jeder tut, was er oder sie kann.

Gesund bleiben

Darüber hinaus kannst du einige Dinge tun, um so gesund wie möglich zu bleiben:

Vorbereiten

Bereite dich darauf vor, falls die Krankheit doch kommt. Lese den Rest dieses Leitfadens. Es ist statistisch gesehen unwahrscheinlich, dass jemand in deinem Haushalt lebensbedrohliche Komplikationen entwickelt. Es wird hoffentlich genug medizinische Versorgung für alle geben. Es tut aber nicht weh, ein wenig mehr auf den schlimmsten Fall vorbereitet zu sein. Aber denke daran, dass es keinen Grund zur Panik gibt. Atme tief durch und lebe dein Leben so entspannt wie möglich weiter.

Hol dir die Dinge, die du brauchst

Wir haben eine Einkaufsseite erstellt. Sie listet praktische Dinge auf, die dir helfen können, dich selbst und andere zu versorgen.

Bestehende medizinische Vorerkrankungen

Du oder deine Angehörigen leiden bereits an Krankheiten? Dann informiere dich, ob diese durch COVID-19 oder eine Lungenentzündung verschlimmert werden können. Achte besonders darauf, dass du alle notwendigen Medikamente im Überfluss hast. Stelle sicher, dass du alle für die Behandlung relevanten Informationen hast . Dazu gehören Kontaktinformationen der Ärzt*innen, aktuelle Laborergebnisse und wie viel von welchen Medikamenten der Patient einnehmen soll. Stell dir vor, dass dein Hausarzt nicht da ist. Wie kannst du die gesundheitliche Situation einem*r neuen Arzt*Ärztin in kurzer Zeit erklären? Gut ist es, eine aktuelle Chronologie der Arztbesuche, Ergebnisse usw. zu haben. Was solltest du dabei nicht vergessen? Schreibe es jetzt auf!

Welche bestehenden medizinischen Bedingungen machen dich/deine Angehörigen besonders anfällig für schwerwiegendere COVID-19-Komplikationen?

Dort, wo du bist, ist die Situation noch einigermaßen normal? Dann kannst du jetzt deine*n Arzt*Ärztin fragen, was du noch tun kannst oder tun solltest, wenn du krank wirst.

Während einer Pandemie ist es typisch, dass es Auswirkungen auf das Gesundheitssystem gibt. Dazu gehört, dass Impfungen im Kindesalter, die Gesundheitsfürsorge für Mütter und die Gesundheitsfürsorge für chronisch Kranke leiden. Das kann daran liegen, dass Ärzt*innen, Pflegepersonal, Krankenhäuser und das übrige Gesundheitssystem überlastet sind. Oder es liegt daran, dass Menschen nicht in Arztpraxen oder Krankenhäuser gehen aus Angst (manchmal rational, manchmal nicht), sich dort anzustecken. Falls dein Gebiet noch nicht stark von COVID-19 betroffen ist: Gibt es eine normale Kinderimpfung, bei der du sicher sein willst, dass dein Kind sie bekommt, solange es noch kann? Gibt es eine Schwangerschaftsvorsorge oder Routineversorgung für eine chronische Krankheit, die du jetzt statt in einem Monat erhalten könnest? Wie steht es mit anderen Krankheiten, die für dich oder deine Lieben häufig auftreten? Alles was du tun kannst, um dich darauf vorzubereiten, dich in den kommenden Monaten ohne normalen Zugang zu medizinischer Versorgung zu versorgen: Tu es jetzt!

  

Stufe 2 – Du hast erste Symptome

Du solltest an COVID-19 denken, wenn du an einem der folgenden Symptome leidest:

Fieber ist das häufigste Symptom von COVID-19, tritt aber trotzdem nicht in allen Fällen auf. Anfängliche Beobachtungen schienen nicht auf Magen-Darm Symptome hinzuweisen (Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit). Neuere Erkenntnisse deuten aber darauf hin, dass sie wohl doch häufig und sogar noch vor den Symptomen der Atemwege auftreten können. Zu den Anfangssymptomen können auch Gelenk-/Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Schwindel, verstopfte Nase und Halsschmerzen gehören. Später können dann für mehrere Tage Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns dazu kommen.

Viele der beschriebenen Symptome werden aber auch von anderen Krankheiten wie Erkältungen, Grippe und Allergien hervorgerufen. Tatsächlich deuten verstopfte oder laufende Nase, juckende Augen und Niesen eher auf eine andere Erkrankung als COVID-19 hin, wie z.B. Allergien. COVID-19 lässt sich nicht eindeutig an den Symptomen erkennen. Nur ein Test verschafft hier Gewissheit.

Ist COVID-19 an deinem Wohnort verbreitet? Warst du in einem betroffenen Gebiet? Oder warst du in der Nähe von jemandem, der in einem betroffenen Gebiet war? Dann könnten deine Symptome aber sehr wohl COVID-19 sein. Aber keine Panik: In vielen Fällen sind die Chancen, dass es sich um etwas anderes handelt, viel größer.

Hinweis: Fieber ist keine Gefühlssache sondern muss gemessen werden. Du brauchst ein Fieber-Thermometer (oder zwei, falls eines kaputt geht) und ein Fiebertagebuch. Im Fiebertagebuch hältst du mindestens ein mal am Tag die Tagestemperatur fest. Wenn du die Temperatur rektal (d.h. im Hintern) misst, ist sie präziser. Reinige das Thermometer nach jedem Gebrauch mit einem Tuch und Alkohol. Stelle sicher, dass du genügend Tücher und Alkohol hast. Wenn du die Temperatur im Mund misst, solltest du 20 Minuten lang vorher nichts essen oder trinken. Notiere die Methode in jedem Fall in deinem Fiebertagebuch. Dadurch wissen dann die Mediziner*innen, um wie du gemessen hast (zu den oralen Temperaturen werden oft etwa 0,7° Celsius addiert). Hier eine gute Anleitung zum Fieber messen.

Wenn du keine Symptome hast

Manche Menschen haben das Virus, sind infektiös und stecken andere Menschen an, ohne es selbst zu wissen oder zu bemerken. Leider scheint das recht häufig bei ca. 25% der Infizierten der Fall zu sein. Solange in deiner Nähe keine grossflächigen Tests möglich sind (und das ist derzeit fast nirgends der Fall) ist es also quasi nicht möglich herauszufinden, ob du dazu gehörst. Deshalb ist es so wichtig, dass du die offiziellen Richtlinien befolgst, insbesondere was das Vermeiden von Kontakten, wie in Stufe 1 beschrieben, angeht.

Wenn du Symptome hast die zu COVID-19 passen

Jetzt ist eine Sache besonders wichtig: BLEIB ZU HAUSE! (oder geh nach Hause, wenn du woanders bist). Melde dich krank. Meide Kontakte so gut es geht. Wenn du mit Menschen zusammen wohnst, bleibe allein in deinem Zimmer. Wenn du alleine wohnst, sag anderen bescheid (Freunde, Familie) dass du krank bist und bleib in Kontakt.

***Symptome? COVID-19 ist meldepflichtig…

Jetzt sind aktuelle Informationen wichitg. Das Gesundheitsamt in deiner Stadt muss bescheid wissen, damit klar ist wo, wie und wie schnell sich das Virus ausbreitet. Aber auch, damit ggf. weitere Schritte eingeplant werden können, falls du Hilfe brauchst. Möglicherweise gibt’s eine Telefonnummer, die du anrufen kannst oder eine App zum runterladen. Du findest sicher im Internet entsprechende Hinweise.

***Diagnose

Du wirst wissen wollen, ob’s “nur” ne Grippe oder eine Erkältung ist oder wirklich COVID-19. Je nach dem wo du wohnst und wie schlimm die Pandemie dort schon ist wird es unterschiediche Vorgaben und Möglichkeiten geben. Schau im Internet, rufe die offiziellen Telefonnummern an, halte dich möglichst genau an die Vorgaben und gehe davon aus, dass es dafür gute Gründe gibt, auch wenn du die nicht sofort verstehst. So kann es z.B. sein, dass du nicht getestet werden kannst, obwohl du alle Symptome hast. Vermutlich reichen dann die Testmöglichkeiten gerade nicht und werden in den Krankenhäusern gebraucht um nicht fälschlich Menschen mit Grippe zu Menschen mit COVID-19 auf die selbe Station zu legen. Das wäre fatal und würde diese Menschen vermutlich umbringen würde. Denk dran, anderen geht es jetzt deutlich schlechter als dir. Es kann auch sein, dass die offizielle Vorgaben zu den Tests an deinem Wohnort nicht umgesetzt werden können. Möglicherweise kommst du am Telefon nicht durch oder die Schlangen sind zu lang oder zu unsicher (du willst dich ja nicht anstecken bei dem Versuch rauszufinden ob du’s hast).

In manchen Städten kommen vielleicht Ärzt*innen in voller Schutzkleindung zu dir nach Hause um einen Abstrich zu nehmen. Woanders kannst du vielleicht zu einem “drive-threw” Test mit dem Auto hin fahren. Es gibt auch Test-Sets die dir zugeschickt werden, bei denen du dann den Abstrich selbst machst und dann zurück schicken kannst. Wie das alles speziell bei dir sein wird können wir natürllich nicht wissen und auch nicht dabei helfen das rauszufinden, aber wir rate dir, dich intensiv drum zu kümmern nachdem du dich in Quarataine begeben hast.

Auf keinen Fall solltest du einfach unangekündigt in einer Arztpraxis oder einem Krankenhaus auftauchen, wenn du Symptome hast.

Denke daran: Dabei geht es um deine eigene Sicherheit! Du und/oder der*die Patient*in laufen Gefahr, sich jetzt überhaupt erst mit COVID-19 oder mit zusätzlichen Infektionen anzustecken. In Krankenhäuser kommen oft resistente Keime aller Art vor. Das gilt besonders für Infektionen mit Pilzen oder Bakterien. Außerdem: Viele Krankenhäuser werden hoffnungslos überlastet sein.

Keine Panik

Für die allermeisten Menschen wird’s nicht schlimmer als das. Du wirst ein wenig krank sein und dann wird es die besser gehen. Fertig. Gleichzeitig werden einige Menschen nicht so viel Glück haben. Selbst wenn nur ein relativ kleiner Prozentsatz der Betroffenen medizinische Versorgung benötigt. Dies wird eine ernsthafte Belastung für Ärzte, Krankenschwestern und die verfügbaren medizinischen Ressourcen, ganz einfach weil die dann alle gleichzeitig kommen. Wir können alle helfen. Es gibt Menschen die aus Übervorsicht zum Arzt gehen auch wenn sie nicht wirklich (so) krank sind um sich zu beruhigen. Die kommenden Wochen und Monate sind dafür wirklich kein guter Moment. Diese Website soll dir mehr Selbstvertrauen und Möglichkeiten geben, damit du für dich selbst, deine Freunde und deine Angehörigen sorgen kannst bis du ggf. tatsächlich professionelle Hilfe benötigst. Versuche dich zu entspannen. Es gibt viele Übungen zur Verlangsamung der Herzfrequenz und veringerung von Angszuständen.

Selbstquarantäne

Bis zum Test kann es ratsam sein, davon auszugehen, dass der*die Patient*in (du? ein Familienmitglied?) COVID-19 hat. Insbesondere je nachdem, wo der*die Patient*in sich befindet oder gewesen ist. Das bedeutet Selbstquarantäne zu Hause. Keine Besucher*innen mehr und ein Schild an der Tür. Du bzw. der*die Patient*in sollte nur dann raus gehen, wenn es keine Möglichkeit gibt auf jemand anderen zu treffen. Wenn andere Personen im Haushalt leben gibt es in verschiedenen Gebieten unterschiedliche Standards für die Isolierung. Wenn möglich gehe auf Nummer sicher und versuche dir alles für die Isolationszeit von ca. 2 Wochen liefern zu lassen. Dazu gehören alle Einkäufe und Dinge des täglichen Bedarfs. Die Situation kann sich irgendwann entspannen, denn in einigen Gebieten wird das Virus so häufig werden, dass viele Menschen es schon gehabt haben und dann immun sind. Es ist nicht abzusehen, wann die verschiedenen Behörden aufhören werden jede potentielle Infektion zu testen. Dies wird von Region zu Region unterschiedlich sein.

Müll

Sei in dieser Zeit bitte besonders Achtsam was deinen Müll angeht. Benutzte Taschentücher, Papierhandtücher und anderer evtl. kontaminierter Müll gehören in einen extra Müllsack und sollten 72 Stunden lang beiseite gelegt werden. Und wasche dir vor und nach dem Gang zur Mülltonne die Hände und/oder desinfiziere die Griffe der Mülltonne die du angefasst hast.

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Allerspätestens jetzt ist es an der Zeit für eine Atem-Maske. Wenn du Masken bekommen kannst (aber nur, wenn die Masken in den Krankenhäusern nicht auch schon knapp sind) trage sie immer, wenn du raus gehst, auch zum Müll rausbringen. Die feinen Tröpfchen die beim Atmen und Husten überall verteilt werden sind voller Viren und schweben lange in der Luft. Wenn kurz später jemand vorbei kommt und die einatmet kann es schon passiert sein. Wenn du keine Maske hast nimm etwas anderes, Schal, Handtuch, Atme durch ein Tuch, egal. Alles ist besser als nichts. Empfehlungen für die PSA im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie, die im Folgenden kurz zusammengefasst und ständig erweitert werden:

Familie, Mitbewohner, etc.

Kümmere dich um aktuellen Informationen über offiziellen Vorgaben und Instruktionen für das Zusammenleben und frage ggf. nach Schutzmassnahmen, Masken, o.ä.

Hier sind einige allgemeine Vorschläge und Tipps für den Umgang mit Familie und Mitbewohnern, wenn du COVID-19 hast oder vermutest, dass du infiziert sein könntest: Selbst-Quarantäne - Abstand nach draussen… Alle Menschen in einem Haushalt, in dem sich eine infizierte oder vermeindlich infizierte Person befindet sollten sich selbst als vermeintlich infiziert betrachten und entspreched in selbst-Quarantäne gehen. … und Abstand nach drinnen. “ Solange ein*e Patient*in sich selbst versorgen kann, Abstand halten. Das bedeutet hauptsächlich, sich in getrennten Zimmern aufzuhalten, in verschiedenen Betten zu schlafen, getrennt zu essen, unterschiedliches Geschirr und Handtücher zu benutzen und wenn möglich verschiedene Badezimmer zu benutzen. Wir wissen, das ist seltsam und manchmal herzzerreißend schwer. Aber COVID-19 ist eine potenziell tödliche Krankheit und die Menschen in deiner Nähe werden das (hoffentlich) verstehen. Reinige regelmäßig alle häufig berührten Oberflächen (Türgriffe, Lichtschalter, Tischoberflächen, Tastaturen, Telefone, Toilettenhandgriffe in gemeinsam genutzten Badezimmern, Griffe von Küchenarmaturen in gemeinsam genutzten Küchen - halt alles, was im Alltag angefasst wird) mit einem normalen Haushaltsreiniger, Wasserstoffperoxidlösung oder verdünntem Bleichmittel (10 ml / 2 Teelöffel Bleichmittel mit einem halben Liter / 2 Tassen Wasser; reinige die Messbecher vor der Wiederverwendung sorgfältig ). Du kannst diese Lösung in ein ausgedientes Pflanzensprühgerät oder eine Sprühflasche für Reinigungsmittel füllen und aufsprühen. Lass die Flüssigkeit eine Minute einwirken bevor du sie trocken wischst. Und denkt an die Schutzbekleidung Deine Mitbewohner sollten auch in der Wohnung Masken tragen. Und sie sollten zusätzlich Handschuhe tragen, wenn sie sich um deine Müll oder deine Wäsche kümmern.

In den meisten Gegenden wird irgendwann die Zahl der Fälle in die Höhe schießen. Viele Menschen haben dann bereits COVID-19 überstanden. Die Behörden werden nicht mehr aufzeichnen, wer es gehabt hat und wer nicht. Die Grundlage bleibt dann die gleiche: Versuche ältere Menschen und Menschen mit bestehenden Krankheiten zu schützen. Versuche die Ausbreitung so weit wie möglich zu minimieren. Denk dran: Je erfolgreicher wir die Ausbreitung der Krankheit verlangsamen können, desto besser für alle. Denn durch eine Verlangsamung der Ausbreitung kannst du dazu beitragen, die Überlastung des Gesundheitssystems zu verringern. Das ist mit “Abflachen der Kurve” (“flatting the curve”) gemeint. Das verschafft mehr Menschen Zugang zu medizinischer Versorgung (ganz gleich aus welchem Grund, die anderen Notfälle hören ja nicht plötzlich auf), die sie dann dringend benötigen. Und es hilft Ärzten*innen und Krankenpflerger*innen, mehr Leben retten zu können.

Tagebuch

Wenn die Symptome zum ersten Mal auftreten ist der richtige Moment ein Krankheitstagebuch zu beginnen.

Schreibe dann alle Symptome auf, die du oder der*die Patient*in hat:

Ausdruckbares Krankheitstagebuch

Wir haben ein druckbares Krankheitstagebuch erstellt, in das du alle Informationen eintragen kannst. Wenn du möchtest kannst du für jeden Tag eines dieser Formulare ausdrucken. Bewahre es griffbereit bei dem*der Patienten*in auf, falls sich die Situation verschlechtert und du/der*die Patient*in ins Krankenhaus muss.

Kontaktlinen

Es ist besser (falls verfügbar) eine Brille zu tragen statt Kontaktlinsen, auch wenn du noch nicht so krank bist. Beim einlegen der Kontaktlinsen fasst du dir ins Auge und könntest es dabei infizieren.

Werde wieder gesund

Geht es dir besser?

site.data.tags.breakout.begin }} Wenn deine Symptome veschwinden bedeutet das nicht, dass du jetzt sofort deine Quarantäne beenden sollst. Insebsondere wenn du zwischenzeitllich positiv getestet wurdest solltest du jetzt aktuelle Informationen einholen, ob du dich jetzt noch einmal für einen abschliessenden Test melden sollst. Das hängt natürlich auch von den lokalen Testmöglichkeiten ab. Dort bekommst du dann auch Empfehlungen dafür, wie es weiter geht. </div>

Falls sich ein Kontakt mit den Behörden nicht herstellen lässt, ist es vermutlich eine gute Idee, noch etwas länger in Quarantäne zu bleiben. Die [Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation] (https://www.who.int/dg/speeches/detail/who-director-general-s-opening-remarks-at-the-media-briefing-on-covid-19—16-march-2020) lautet, nach dem Verschwinden der Symptome die Isolation mindestens zwei Wochen lang fortzusetzen, auch wenn du dich nicht mehr krank fühlst.

Du hast es geschafft, dich testen zu lassen und der Test ist negativ? Juhu! Du weißt jetzt, dass dein Körper (vermutlich für einige Zeit) eine Immunität aufgebaut hat. Überprüfe zum Aufbau der Immunität unbedingt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Wenn du immun bist, bedeutet das, dass diese Sache für dich vorbei ist. Du kannst jetzt deiner Familie und deinen Freund*innen helfen, wenn sie krank werden, ohne befürchten zu müssen, dass du dich erneut ansteckst. Je nachdem, in welchem Zustand sich die Welt befindet, solltest du deinen Arbeitgeber und andere die von dir abhängig sein könnten, darüber informieren. Teile ihnen mit, dass du es hattest und dass es dir wieder gut geht, damit sie wissen, dass du jetzt wahrscheinlich immun bist.

  

Stufe 3 – Du bist bettlägerig

Alle guten Maßnahmen von Level 2 haben nicht funktioniert. Es wird immer schlimmer. Das bedeutet nicht, dass du etwas falsch gemacht hast. Mach einfach weiter! Aber jetzt wirst du bzw. der*die Patient*in schwächer. Er oder sie ist oft zu schwach, um aus dem Bett aufzustehen. Die Person hat möglicherweise keinen Hunger. Sie benötigt zusätzliche Ermutigung, um zu essen und zu trinken.

Wenn Du der Patient bist

Erkläre anderen Menschen in deiner Umgebung, dass du wirklich krank bist. Sage ihnen, dass du dich an Bettruhe halten musst. Sprich mit einer Person deines Vertrauens darüber, dass du vermutlich Hilfe brauchen wirst. Lass diese Person(en) diese Website lesen. Es wird mit der Zeit immer häufiger vorkommen, dass Menschen in deiner Umgebung bereits bereits COVID-19 hatten. Diese Menschen wären die besten Betreuer/innen, da sie vermutlich COVID-19-immun sind. Andernfalls versuche herauszufinden, was in deiner Situation am schlausten ist. Warte damit auf keinen Fall bis zum letzten Moment! Wenn die Krankheit fortschreitet, wirst du kurzatmig. Das beeinträchtigt unweigerlich auch Deine Sprech- und Denkfähigkeit.

Was in jedem Fall zu tun ist

Achte aufmerksam auf alle Zeichen, die auf Level 4 hinweisen. Der Zweck der Versorgung in Level 3 ist auch, den*die Patienten*in immer genauer zu überwachen. So kann man frühzeitig erkennen, wenn der*die Patient*in in Level 4 übergeht. Zum Beispiel: Ist jemand nicht in der Lage, mindestens 2 Liter Flüssigkeit pro Tag zu trinken, solltest du (freundlich) darauf bestehen. Dehydrierung ist ein ungünstiger Zustand, so landest du schnell auf Level 4.

In den meisten Fällen wird sich der*die Patient*in jedoch nach einigen Tagen oder höchstens einer Woche erholen. Bleib einfach wachsam. Wenn es dem*der Patienten*in etwas besser geht, kann die Pflege wieder von ihm oder ihr selbst übernommen werden. Die Quarantäne sollte so lange weiter eingehalten werden, bis der Patient eine Zeit lang völlig gesund ist. Das Krankheitstagebuch sollte weiter geführt werden. Wenn Du den*die Patient*in versorgt hast, beginnt nun Deine eigene zweiwöchige Selbstquarantäne.

Krankenpflege

Was Du hier tust ist ein Teil der Krankenpflege, für den keine spezielle Ausbildung erforderlich ist. Einige Menschen schämen sich, um Hilfe bei der grundlegenden Selbstversorgung zu bitten. Es fällt ihnen auch schwer, die Hilfe zu anzunehmen. Sei nachsichtig! Jede*r braucht manchmal Hilfe. Überlege dir, wie du den*die Patienten*in körperlich, geistig und seelisch unterstützen kannst. Frage dich einfach, was du an seiner*ihrer Stelle benötigen würdest. Achte auch auf Kleinigkeiten und frage konkret, wie du helfen kannst.

Zu den möglicherweise nützlichen Verhaltensweisen gehören:

Krankheitstagebuch

Drucke dieses Krankheitstagebuch Formular aus oder erstelle ein eigenes.

Achte in dieser Phase besonders auf Symptome, die auf eine Verschlechterung hindeuten könnten. Schreibe die Symptome auf. Lies den nächsten Abschnitt für weitere Einzelheiten. Solche Anzeichen können sein:

Es können auch Entspannungstechniken helfen, um eine schnelle Atmung oder Herzfrequenz zu verlangsamen. Die Symptome können auch teilweise auf Angst zurückzuführen sein: Höre beruhigende Musik, melde Dich elektronisch bei einem Freund (miteinander reden hilft), oder versuche deine Atmung zu verlangsamen. Du kannst Deine Herzfrequenz senken, indem du beim kräftigen Ausatmen länger zählst als beim sanften Einatmen.

Glaubst du, dass sich dein Zustand bzw. der Zustand des Patienten/der Patientin verschlechtert? Dann sollte das Krankheitstagebuch um folgende Punkte erweitert werden:

Wenn sich der Zustand des*der Patienten*in zu verschlechtern scheint, springe zum nächsten Abschnitt.

Ein typischer Tag

Zu diesem Zeitpunkt könnte ein typischer Tag in etwa so aussehen:

Du (oder der*die Patient*in) stehst auf, wiegst dich und notierst das Gewicht im Krankheitstagebuch. Vielleicht möchtest du auch als erstes deine Temperatur messen, bevor du etwas isst oder trinkst. Das gilt besonders, wenn Du die Temperatur oral (also im Mund) misst. Du solltest sie auch im Krankheitstagebuch vermerken.

Dann beginnst du mit dem Trinken von Flüssigkeiten. Nicht zu viel Koffein oder Zucker. So viel Wasser und Kräutertee, wie du möchtest. Denk daran, dass du mindestens 2 Liter und bis zu 5 Liter pro Tag trinken solltest.

Lüfte deine Zimmer/deine Wohnung so gut wie möglich. Verbinde das mit dem Aufkochen des Wassers für deinen morgendlichen Tee oder Kaffee. Wenn Du die Energie (und genügend Laken) hast, könntest du deine Bettwäsche wechseln, falls sie verschwitzt oder verschmutzt ist. Als Nächstes dusche kurz, wenn Du dazu in der Lage bist. Sauber zu sein, kann sich sehr gut anfühlen, besonders wenn man krank ist.

Iss eine kleine nahrhafte Mahlzeit (z.B. ein Stück frisches Obst oder eine Handvoll gesalzene Nüsse). Iss etwas, was dir gut schmeckt! Benötigst du Fieber-/Schmerzmittel (z.B. Paracetamol)? Dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um sie einzunehmen. Notiere die Dosis und die Zeit in deinem Krankheitstagebuch.

Wenn das schon Anstrengung genug war, mache eine Pause. Schlafe, wann immer du kannst! Schlaf ist entscheidend für die Heilung. Wenn du nicht schläfrig bist und dich nur ausruhen willst, versuche dich im Sitzen auszuruhen. So hat deine Lunge eine bessere Chance zu entwässern. Wenn du noch kannst, ist jetzt ein guter Zeitpunkt zum Inhalieren. Durch das Inhalieren öffnen sich deine Nebenhöhlen, die Schleimhäute werden befeuchtet und der Schleim kann abfließen.

Trinke den ganzen Tag über. Manche Menschen finden es hilfreich, eine Wasserflasche oder eine Teekanne immer wieder aufzufüllen. Damit behält man leichter den Überblick, wie viel man ungefähr getrunken hat. Während man sich ausruht, kann man die Flasche auch immer griffbereit haben.

Beobachte dich selbst. Bist du müde? Dann schlafe so viel wie möglich. Hast du Hunger? Iss kleine nahrhafte Mahlzeiten. Hast du Durst? Trinke, wann immer du Lust hast und darüber hinaus. Achte darauf, dass du nicht auskühlst. Wenn es geht, geh spazieren (solange das noch erlaubt ist). Ansonsten bewege dich in der Wohnung. Stehe auf, laufe herum, tanze.

Achte auf die Zeichen, die eine Verschlechterung deines Zustandes andeuten können. Bleib in Kontakt mit Freunden, Nachbarn und den Menschen, die wissen, dass du krank bist. Lass sie wissen, wie es dir geht. Und wenn du Hilfe brauchst, bitte darum! Sag unbedingt jemandem Bescheid, wenn du schwerere Symptome bekommst (siehe nächster Abschnitt).

  

Stufe 4 – jetzt übernehmen die Fachleute

Wenn sich Symptome verschlimmern oder der Zustand des*der Patienten*in sich verschlechtert, sollte häufiger gemessen werden. Notiere zu diesem Zeitpunkt alle paar Stunden Temperatur, Atmung und Herzfrequenz.

Die folgenden Dinge sind ein dringender medizinischer Notfall, der von Fachleuten behandelt werden muss:

Bewusstlosigkeit

Es gibt verschiedene Stufen von Bewusstlosigkeit. Wenn jemand das Bewusstsein verliert, stelle fest, ob der*die Patient*in reagiert, wenn Du seinen*ihren Namen rufst (Stimme). Reagiert sie, wenn Du die Person kneifst (Schmerz) oder reagiert die Person überhaupt nicht mehr (keine Reaktion). Notiere das.

Bei einem kurzen Bewusstseinsverlust kann es helfen den*die Patient*in zum Essen und Trinken zu motivieren und zu lüften (sofern der*die Patient*in sich schnell erholt und wieder vollständig wach ist!). Auch ein kurzer Bewusstseinsverlust ist ernst zu nehmen. Hol Hilfe!

Kognitive Probleme/Verwirrung

Du kennst den*die Patienten*in wahrscheinlich gut genug, um zu erkennen, wenn er*sie verwirrt sein sollte ohne irgendwelche medizinischen Tests anzuwenden. Plötzlich einsetzende Verwirrung ist ernst zu nehmen. Es ist Zeit, Hilfe zu holen.

Zu hohe oder zu niedrige Atemfrequenz

Miss die Atemzüge pro Minute. Halte dazu deine Hand nah genug vor Nase und Mund, sodass du den Atem spüren kannst. Beobachte die Brust und/oder den Bauch, während du mit einer Uhr 60 Sekunden lang die Atemzüge zählst. Die Atemfrequenz (AF) sollte zwischen 12 und 20 Atemzügen pro Minute liegen. Schreibe dies auf.

Gute Belüftung des Zimmers und Aufrichten des*der Patienten*in kann bei Atemnot helfen. Es kann auch helfen, das Kopfteil des Bettes zum Schlafen möglichst hochzulegen. Es gibt einige Schlafpositionen, die ebenfalls das Atmen erleichtern können (siehe Stufe 3, Pflegearbeit).

Wenn Du oder der*die Patient*in unter Atemnot leidet, ist es Zeit für einen Arztbesuch.

Niedrige Sauerstoffsättigung

Mit einem Oxymeter kannst du die Sauerstoffsättigung des Blutes messen (siehe Einkaufsseite). Es kann jede Sauerstoffsättigung unter 95% auf ein Atemproblem hinweisen. Wenn sich die Lippen oder Fingerspitzen des Patienten zu irgendeinem Zeitpunkt blau (oder auch nur leicht blau) verfärben (Zyanose genannt), rufe sofort einen Krankenwagen! Für Werte unter 96% kann es hilfreich sein, gut zu lüften. Dabei musst du darauf achten, dass der*die Patient*in warm eingepackt ist und nicht auskühlt.

(Rufe auch dann einen Arzt an, wenn sich die Finger, Zehen oder Lippen weniger blau verfärben als in diesem Bild…)

Wenn die Haut des Patienten wie unten eine spitzenförmige, violette Auflage (auch Livedo reticularis genannt) zeigt, ist das auch ein Grund, um Hilfe zu rufen (sofern das für den*die Patienten*in nicht normal ist).

Sehr niedriger Blutdruck

Ein Blutdruck, der unter dem unteren Ende des Normbereichs liegt (90 mmHg systolisch, 60 mmHg diastolisch), gibt Anlass zur Sorge. Beachte, dass der Blutdruck aus zwei Zahlen besteht, dem systolischen und dem diastolischen Druck. Wenn du ein günstiges automatisches Blutdruck-Messgerät hast, sollte es diese beiden Zahlen anzeigen. Wenn du ein Gerät hast, notiere den systolischen Druck auf dem [Tagebuchformular] (/images/covid-diary.pdf).

Wenn du kein Gerät zur Blutdruckmessung hast oder damit nicht klar kommst, versuche stattdessen die Rekapillierungszeit des Patienten zu testen. Lege seine oder ihre Finger flach auf eine harte Oberfläche. Drücke mit deinem Finger von oben auf einen seiner Fingernägel. Der Fingernagel sollte an Farbe verlieren. Prüfe wie lange der Fingernagel braucht, um wieder seine normale Farbe anzunehmen. Es sollte nicht länger als 1-2 Sekunden dauern. Ansonsten kann das auf einen niedrigen Blutdruck hinweisen. Es könnte auch ein Symptom der Dehydrierung (Flüssigkeitsmangel) sein.

Dehydrierung ist eine häufige Ursache für niedrigen Blutdruck. Den*die Patienten*in zum Trinken anzuregen, ist hier wichtig. Insbesondere was Nahrungsmittel oder Getränke angeht, die essentielle Elektrolyte wie Kalium und Natrium enthalten. Schwindel ist ein häufiges Symptom von niedrigem Blutdruck und tritt oft beim Positionswechsel des*der Patienten*in auf; es kann zu einer Ohnmacht kommen. Aber wirklich, noch einmal: wenn irgendetwas nicht richtig aussieht - wenn der Blutdruck sehr niedrig ist, oder wenn der*die Patient*in normalerweise hohen Blutdruck hat und dieser viel niedriger als normal aussieht - dann hole Hilfe.

Zu hohe oder zu niedrige Herzfrequenz

Die Herzfrequenz ist leichter zu messen als der Blutdruck. Normalerweise geht eine hohe Herzfrequenz (über 100-110 Schläge pro Minute bei einem Erwachsenen) mit einem niedrigen Blutdruck einher. Kleinere Menschen und Kinder haben in der Regel eine höhere Herzfrequenz. Eine hohe Herzfrequenz allein ist möglicherweise kein Grund zur Beunruhigung. Sie kann auf Angst oder Dehydrierung hinweisen. Entspannungstechniken und etwas zu Trinken/zu Essen könnten angebracht sein. Aber auch hier sollten Werte, die außerhalb des normalen Bereichs liegen, Grund genug sein, sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dies gilt insbesondere, wenn du eine schnelle Atmung zusammen mit niedrigem Blutdruck oder hoher Herzfrequenz und/oder Verwirrung feststellst.

Sehr hohes Fieber, das plötzlich (wieder) auftritt

Regelmäßige Messungen der Temperatur sind wichtig. Auch wenn die Temperatur zunächst sinkt, kann sie schnell wieder ansteigen. Ein sehr hohes Fieber (> 39° Celsius) ist ein Grund, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ebenso wie ein Fieber, das verschwindet und dann plötzlich wiederkommt.

Hilferuf

Wenn eines der oben genannten Symptome auftritt, ist die Lage ernst! Dies ist der Zeitpunkt, an dem du nach Möglichkeit keine Entscheidungen mehr auf der Grundlage eines Leitfadens aus dem Internet treffen solltest! Warte nicht darauf, ob es schlimmer wird. Rufe die 112 an und/oder beschaffe dem*der Patienten*in sofort einen Krankenwagen. Bleibe ruhig und berichte die Situation, so wie sie ist. Deine Arbeit ist erledigt: Du hast eine*n Patienten*in lange aus dem medizinischen System herausgehalten. Jetzt ist es an der Zeit, dass sich die Fachleute darum kümmern. Die Daten, die du gesammelt hast, sollten dir dabei helfen, die Rettungskräfte davon zu überzeugen, dass du nicht grundlos in Panik geraten bist. Außerdem helfen sie dabei, dass der*die Patient*in schneller die nötige Versorgung erhält.

  

Stufe 5 – Überlastung des Systems

Was ist, wenn die offiziellen Möglichkeiten überlastet sind?

Leider ist in einigen Bereichen zu beobachten, dass die Gesundheitsversorgung stark belastet wird, wenn zu viele Menschen gleichzeitig krank werden. Entweder kommst du telefonisch nicht durch oder man sagt dir, dass der Krankenwagen eine Weile brauchen wird. Krankenhäuser nehmen überhaupt keine neuen Patient*innen mehr auf. Einige Krankenhäuser geben der Behandlung bestimmter Patientengruppen (wie z.B. der relativ junger und sonst gesunder) Vorrang vor anderen Gruppen (wie z.B. ältere Menschen und/oder Menschen mit Vorerkrankungen).

Falls keine offiziellen Möglichkeiten bestehen, medizinische Hilfe zu erhalten, solltest du folgendes versuchen. Kontaktiere deinen Hausarzt, die Krankenschwester im Haus nebenan oder jemanden mit medizinischer Ausbildung und/oder Erfahrung. Wenn das nicht funktioniert, solltest du - je nach Dringlichkeit - deinen Freundeskreis und/oder den des*der Patienten*in mobilisieren. Dadurch sollten alle wissen, dass es ein Problem gibt und ihr keine Hilfe bekommt. Frag nach Ärzt*innen oder Krankenpfleger*innen. Kannst du Facebook verwenden? Wenn du danach noch Zeit hast, ordne deine Aufzeichnungen wie das Krankentagebuch. Stelle sicher, dass jede*r Arzt*Ärztin, der*die Zeit hat, die Temperaturaufzeichnungen sofort einsehen kann. Versuche, in der Anwesenheit des*der Patienten*in nicht allzu besorgt zu wirken.

Wenn du telefonisch durchkommst, versuche ruhig zu bleiben und dem Krankenhaus zu helfen, die Situation schnell zu beurteilen.

Wenn du telefonisch nicht durch kommst, musst du selbst entscheiden, ob du in die Notaufnahme fährst, oder ob du weiter versuchst durchzukommen. Überlege dir vorher, in welches Krankenhaus du zuerst fährst. Wenn möglich, bitte eine dritte Person, mit dir zu fahren. Sie kann weiter versuchen, den Kontakt zum Krankenhaus aufzunehmen. Bitte fahre auf jeden Fall vorsichtig! Das Letzte, was du willst, ist ein schwerkranker Mensch in einem Autounfall.

 


 

Lasst uns hoffen, dass unsere Mediziner*innen mit der Fallbelastung, die auf sie zukommen wird, umgehen können. Trage deinen Teil dazu bei, die Krankheit so weit wie möglich zu verlangsamen. Lass uns alles dafür tun, dass wir am Ende möglichst alle noch da sind.